Im Rahmen des Sozialwesenunterrichts fand an der BNR ein besonderer Workshop zum Thema Demenz statt, der von einer erfahrenen Gerontologin geleitet wurde. Die Veranstaltung war Teil eines bayernweiten Projekts der
Deutschen Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e. V., das bereits seit
mehreren Jahren erfolgreich an allgemeinbildenden Schulen durchgeführt wird.
Das Projekt, das 2019 in enger Zusammenarbeit mit regionalen Alzheimer Gesellschaften umgesetzt wurde, erreichte mit rund 20 bis 30 Schulungen etwa 620 Schülerinnen und Schüler. Grundlage bildete ein bewährtes Schulungs-konzept, das ursprünglich im Rahmen eines Projekts der AOK Bayern entwickelt wurde. Dieses Konzept zeichnet sich durch seine flexible Anpassung an unterschiedliche Zielgruppen aus und wird von qualifizierten Referentinnen und Referenten aus dem Netzwerk des Landesverbandes vermittelt.
Im Workshop erhielten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8c, 8d sowie 9c und 10c nicht nur grundlegende Informationen über Demenzerkrankungen, sondern setzten sich auch intensiv mit den Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen auseinander. Besonders eindrucksvoll waren praxisnahe Beispiele und interaktive Elemente, die es ermöglichten, sich in die Perspektive erkrankter Menschen hineinzuversetzen.
Dabei wurde deutlich: Demenz ist mehr als eine medizinische Diagnose – sie betrifft das gesamte soziale Umfeld. Ziel des Workshops war es daher, ein differenziertes Verständnis zu fördern und Wege aufzuzeigen, wie ein respektvoller und unterstützender Umgang gelingen kann – sowohl im familiären Umfeld als auch im öffentlichen Raum.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, durch Aufklärung Ängste abzubauen und Vorurteile zu überwinden. Denn Wissen führt zu Verständnis – und Verständnis wiederum zu einem angemessenen und einfühlsamen Verhalten gegenüber Menschen mit Demenz. Dieser Gedanke steht auch im Einklang mit der Bayerischen Demenzstrategie, die eine stärkere Sensibilisierung der Gesellschaft sowie die Enttabuisierung der Erkrankung zum Ziel hat.
Gerade junge Menschen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Als Mitglieder von Familien und zukünftige gesellschaftliche Akteure können sie dazu beitragen, den Umgang mit Demenz offen und unterstützend zu gestalten. Der Workshop ermutigte die Schülerinnen und Schüler, Gespräche innerhalb der Familie zu führen und sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Die Beschäftigung mit Demenz im schulischen Kontext leistet einen wertvollen Beitrag zur Förderung von Empathie und sozialer Kompetenz. Sie unterstützt nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen, sondern auch die ihrer Angehörigen. Durch ein besseres Verständnis können herausfordernde Situationen entschärft und passende Hilfsangebote frühzeitig in Anspruch genommen werden.
Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Aufklärung und Dialog sind – und wie Schule dazu beitragen kann, gesellschaftliche Themen sensibel und nachhaltig zu vermitteln.
Verena Schäffler
Quelle: https://www.alzheimer-bayern.de/index.php/wir-fuer-sie/projekte/schultour-demenz

